Skoda Forman


Mein Škoda Forman (Kombi)


Ich fahre seit meinem 6.Lebensjahr Škoda. Anfangs als unfreiwilliger Mitfahrer bei meinen Eltern in einem S 100 ;-).

1993 konnte ich mir endlich meinen ersten eigenen Felicia (mit Škodamotor) kaufen.

Inzwischen fahre ich meinen zweiten Forman. Trotz aller negativen Meinungsäußerungen im Bekanntenkreis und einiger typischer Macken werden wir wohl noch bis zum TÜV 2005 verbunden bleiben; dachte ich lange.

Insbesondere da er mit seinen betagten 10 Jahren 2002 gut durch den TÜV kam und mich bereits zuverlässig von der deutschen Ostseeküste bis zur Adria gebracht hat.

In Ländern wie Frankreich, Luxembourg, Tschechien sowieso, Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien ließ er mich bisher nicht im Stich. Sowas verbindet mehr als jeden Sonntag das Auto auf Hochglanz zu bringen ;-)

 

Skoda Frontansicht

Eine Panne in zwei Jahren erlebte ich in meiner Heimatstadt Leipzig, als das Kabel von der Lambda-Sonde des Kats von einer Antriebswelle durchgescheuert war...

Im Mai 2004 habe ich mich schweren Herzens (seufz) von meinem Forman getrennt.

Er fand einen tschechischen Käufer und wird nun seine alten Tage wieder in dem Land verbringen aus welchem er kam.


Einige Daten:

gekauft im Jahr 2000 von einem Händler. Der Wagen hatte einen Vorbesitzer und knapp 32Tkm runter.

Es handelt sich um einen Direktimport aus Tschechien mit einem originellen "station wagon" Logo am Heck.

Baujahr 1992, 40kW, G-Kat, 52Tkm, NSW,

Kassettenradio vom Typ FORD 2014, Lautsprecher in Türen, elektronische Scheibenantenne.

Verbrauch zwischen 6 und 7,5 Liter Normal Benzin. Ölverbrauch ca. 0,3 bis 0,5 Liter auf 1000 km.

im Jahr 2004, nach 45.000 gefahrenen Kilometern verkauft.

     
Schneeketten aufziehen   Skoda in den Alpen
In Tschechien (2002), beim Aufziehen alter Schneeketten...
 
Plöckenpass in Italien, April 2004


Besonderheiten:

Nicht lachen, der Vorbesitzer hat ein Koni-Sportfahrwerk drunterbauen lassen.

Somit liegt er ca. 50mm tiefer, ist härter und lässt sich prima durch Kurven zirkeln, was ich besonders auf den kroatischen Küstenstrassen zu schätzen lernte...

Große Ladekapazität! Es passen problemlos zwei 28er Fahrräder in den Kofferraum und noch ne ganze Menge Gepäck dazu. Die Dachreling habe ich bisher nicht genutzt.

 
Macken:

Rost, ja der ist ein Thema. An den vorderen Kotflügeln oben an den Blechverschraubungen bilden sich die ersten "Blasen". Die hinteren Radkästen sind stellenweise durchgerostet.

Die Gummimanschetten der Antriebswellen werden regelmäßig porös.

Die Niveauregulierung der Frontscheinwerfer funktioniert wohl nur im Neuzustand. Der Ersatz ist sehr kostspielig. Es geht aber auch ohne Regulierung, wenn die Scheinwerfer exakt eingestellt sind.

Der rechte Dämpfer der Heckklappe wollte bei beiden "Formännern" den Bolzen aus der Halterung in der Karosse reissen. Bei meinem jetzigen Forman half nur das Schweißen...

Ab ca. 23 Grad Außentemperatur knarrt es beim Lenken wie beim Öffnen einer alten Schranktür aus Holz. Als harmlose Ursache stellte sich bei beiden "Formännern" das Aushärten der oberen Stoßdämpferlagerung (Gummielement) heraus. Fetten hilft ein paar Tage, das Austauschen einige Monate.

Von der in der Literatur öfter erwähnten durchgebrannten Zylinderkopfdichtung bzw. von Haarrissen im Zylinderkopf bin ich bisher nicht ereilt worden und dies trotz langer Autobahnfahrten am oberen Limit der Temperaturanzeige und quälenden Alpenpassüberquerungen.

     
Innenansicht des Skoda   Blick in den Motorraum
"Wer klaut schon so ein Auto?" bin ich gefragt worden...
 
Ja, es gibt gepflegtere Ansichten...

Anett vor dem Forman

...über den Plöckenpass von Österreich nach Italien (2003)


Fazit:

Es gibt für das Geld, welches man beim Kauf eines Forman ausgeben kann, technisch bessere und optisch attraktivere Alternativen. Um längere Zeit einen echten Škoda (ohne VW Anteile) zu fahren bedarf es schon einer gewissen Beziehung zu Škoda, finde ich...

Wer mit dem Kauf eines Forman liebäugelt, sollte ein Modell ab 1994 suchen, da an diesen Škodas bereits Modifikationen am Fahrgestell und der Karosse vorgenommen worden. Es gibt auch Motorausführungen mit 75 PS. Damit ist man natürlich flotter unterwegs.
Augen auf und nach Rost suchen!
Die Škodamotoren gelten als robust, trotzdem bei km-Stand ab 100000km vorsichtig sein.Generelle Schwachstellen des Motors sind mir nicht bekannt (außer Riss im Zylinderkopf - siehe unter Macken).
Da dieser Motor noch eine Steuerkette und keinen Zahnriemen hat, verursacht Erstere bei zu wenig Spannung einen ziemlichen Krach.


Generell gelten Škodamotoren dieser Generation nicht gerade als Leisetreter.

Wer einen älteren Vorbesitzer findet (so wie ich) der kaum fährt, alle Durchsichten machen lässt und seinen Škoda gepflegt hat, sollte lieber für so einen Škoda mehr Geld ausgeben und von privat kaufen. Händler betrachten die älteren Favoriten und "Formänner" oft als Gerät zum Weiterverkauf an osteuropäische "Autointeressenten" und investieren kaum eine Durchsicht in einen älteren Škoda (meine Erfahrungen in Sachsen).

Preise: je nach Zustand und Alter zwischen 200 und 1000Euro (Stand 04/03)


Sie sind auch ein Škodafan/fahrer?

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Fahrzeugen der Marke "Škoda"?

Gern können Sie mir eine Mail schreiben!

Folgende E-Mail erreichte mich z.B. am 1.2.08 aus der Schweiz:

Hallo, ich habe per Zufall diese Seite ueber den Skoda Foreman gefunden. Ich fahre genau diesen Wagen seit 15 ! Jahren und habe ihn noch jedes mal durch die Pruefung ( =TUEV) gebracht. Auch ich musste alle Gummiteile relativ frueh wechseln, alle Manschetten, Tuergummis,ebenfalls die Stossdaempfer usw. Die Zylinderkopfdichtung war auch hinueber.( Habe alles selber gemacht! ) Die Ersatzteile sind erfreulich billig.
Insgesamt bin ich mit der Lebensdauer des Wagens sehr zufrieden.
Benzin
saeuft er ca 7-7.5 Liter, das geht auch noch, finde ich. 
Ich habe niemals mit 15 Jahren Lebensdauer eines eher billigen Wagens gerechnet.
Freundliche Gruesse aus der Schweiz , Markus E-Mail: waegi(at)mysunrise.ch

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